13/2024 | Onlinezugangsgesetz

13/2024 | Onlinezugangsgesetz

Marie-Christine Ostermann: „Ohne Digitalisierung der Verwaltung verliert der Staat an Handlungsfähigkeit - und die Wirtschaft an Wettbewerbsfähigkeit!“

Der Bundesrat hat am Freitag nicht wie erwartet den Weg frei gemacht für das sogenannte Onlinezugangsgesetz OZG 2.0. Eine Mehrheit der Länder im Bundesrat lehnte den Gesetzentwurf ab, unter anderem weil sie die Finanzierung durch den Bund für nicht ausreichend hält. Damit ist eine für den Standort Deutschland wichtige politische Maßnahme weiter blockiert - die Digitalisierung der Verwaltung kommt nicht vom Fleck. Dabei wäre es gerade in der Digitalwüste Deutschland so wichtig, den Verwaltungsapparat endlich durchgängig zu modernisieren. Doch schon das erste OZG ist krachend gescheitert, denn von den versprochenen 575 Verwaltungsleistungen wurde bis zum Ende der Frist im vergangenen Jahr nur ein Bruchteil digitalisiert. Ohne Digitalisierung der Verwaltung verliert der Staat an Handlungsfähigkeit - und die Wirtschaft an Wettbewerbsfähigkeit!
 
Dieser Rückstand zeigt, dass die Ampel ihre Hausaufgaben nicht gemacht hat. Als „Koalition des Fortschritts“ angetreten, verschleppt sie wichtige Digitalisierungsschritte und hat sich auch beim OZG 2.0 viel Zeit gelassen. Dass nun selbst dieser kleine Schritt scheitert, ist ein Ärgernis, das Bürger und Unternehmer ausbaden müssen. Das OZG 2.0 ist zwar kein gutes Gesetz, aber immerhin ein Impuls, um die Defizite zumindest ein wenig abzubauen. Insofern sind nun auch die Länder gefordert, ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden und im Vermittlungsausschuss schnellstmöglich eine Einigung zu erzielen. Für eine echte Verwaltungsdigitalisierung brauchen wir Strukturreformen mit einer klaren (Neu-)Zuordnung von Kompetenzen und Verantwortlichkeiten. Dass der Bund im OZG 2.0 das Recht erhalten soll, bundesweit einheitliche Standards verbindlich vorzuschreiben, ist wichtig und richtig. Die Länder sollten dem nicht im Wege stehen und auch ihren Teil der finanziellen Verantwortung übernehmen. Dies wäre ein zentrales Element eines Zukunftspakts für Deutschland.
 


 
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