Arbeitsmarkt

Arbeitsmarkt

Mit dem Arbeitsmarkt steht und fällt gesellschaftlicher Zusammenhalt und die Existenz von sozialer Sicherheit. In der Vergangenheit ist es über tiefgreifende Reformen wie der „Agenda 2010“ gelungen, die Arbeitslosigkeit nachhaltig zu senken und die Zahl der Erwerbstätigen signifikant zu erhöhen. Für die einzelnen Sozialversicherungszweige ist diese positive Entwicklung ein Segen. Sind doch so viele Beitragszahler wie noch nie für ein solides finanzielles Fundament verantwortlich. Sorgen bereiten allerdings aktuelle politische Vorhaben, die die Reformanstrengungen der letzten Jahre torpedieren.

 

Fächkräftezuwanderungsgesetz

Ein modernes Fachkräftezuwanderungsgesetz

Mit den Vorschlägen für ein modernes Fachkräftezuwanderungsgesetz wollen die Familienunternehmer die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte nach Deutschland attraktiver machen. Dabei sprechen sich die Familienunternehmer aber grundsätzlich für die Beibehaltung der Trennung von „Asyl“ und „Zuwanderung“ aus. Der sog. „Spurwechsel“ sollte nur in engen Grenzen stattfinden können und per Stichtag einmalig geregelt werden. Den Kern der Vorschläge der Familienunternehmer bildet ein transparentes und unbürokratisches Punktesystem, welches sich an Akademiker wie Nicht-Akademiker richtet.

 

Teilzeitrecht

Auch der neue Gesetzesentwurf erschwert die Personalplanung und verschlimmert den bestehenden Fachkräftemangel!

Der neue Referentenentwurf zur Weiterentwicklung des Teilzeitrechts will weiterhin vornehmlich Arbeitnehmerinnen aus der vermeintlichen „Teilzeitfalle“ herausholen. In der entsprechenden Stellungnahme zu dem Gesetz machen DIE FAMILIENUNTERNEHMER deutlich, dass von einer „Teilzeitfalle“ weiterhin keine Rede sein kann und dass die Umsetzung des Gesetzes schwerwiegende Folgen für die Personalplanung in den Unternehmen hätte. Mittlerweile wurde die Beweislastumkehr im Kabinettsentwurf entschärft, jedoch ändert das nichts an den vielen anderen Problemen des geplanten Gesetzes.

 

Familienunternehmen

Beschäftigungsmotor Familienunternehmen

Auch im Jahr 2018 bauen die Familienunternehmer ihre führende Position bei Arbeits- und Ausbildungsplätzen aus. Allerdings plagen die Unternehmen auch einige Sorgen: Die Größte davon ist der zunehmende Fachkräftemangel.

 

Stellungnahme

Duale Ausbildung stärken, Unternehmertum fördern!

Der Antrag der CDU-Fraktion im Landtag Thüringen zum Thema „Duale Ausbildung stärken, Unternehmertum fördern!“ weist aus Sicht von DIE FAMILIENUNTERNEHMER in die richtige Richtung. Die Implementierung von praktischer Berufsorientierung in die Lehrpläne der Schulen kann zu mehr Begeisterung für die duale Ausbildung bei den Schülern führen. Die Einführung eines flächendeckenden Schulfachs „Wirtschaft“ kann den Schülern zudem die Themen „Unternehmertum“, „Gründertum“ und „Selbständigkeit“ nahebringen und ihnen dabei nicht nur wirtschaftliches Grundwissen vermitteln, sondern perspektivisch auch Alternativen zum normalen Angestelltenverhältnis aufzeigen.

 

Studie IW Koeln

Familienunternehmer als gute Arbeitgeber

Der Ruf, gute Arbeitgeber zu sein, eilt Familienunternehmern des Öfteren voraus. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) bestätigt nun diese Einschätzung. Insbesondere engagieren sich Familienunternehmer für die Schwächsten der Gesellschaft und bieten bspw. Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung, mit Migrationshintergrund oder auch Älteren überdurchschnittlich oft eine Chance im Unternehmen an. Daneben tragen Maßnahmen wie freiwillige betriebliche Sozialleistungen, flexible Arbeitszeitgestaltungen oder eine hohe Anreizsetzung zur Weiterbildung maßgeblich dazu bei, Mitarbeiter an das eigene Unternehmen zu binden und so attraktiv für Fachkräfte zu sein.

 

Betriebsverfassungsgesetz

Vorschläge für ein Update des Betriebsverfassungsgesetzes

Nicht nur im Hinblick auf die Digitalisierung der Arbeitswelt ist das Betriebsverfassungsgesetz von gestern. Auch im Hinblick auf die Transparenz und Demokratie in den Unternehmen bietet das Gesetz nur unzureichende Antworten. DIE FAMILIENUNTERNEHMER machen Vorschläge, wie das Betriebsverfassungsgesetz reformiert und den veränderten Bedingungen der Arbeitswelt in den Unternehmen angepasst werden kann.

 

Umfrage Zeitarbeit

Zeitarbeit – Gesetzesreform mit negativen Auswirkungen

Mit der Reform der Arbeitnehmerüberlassung hat der Gesetzgeber in dieser Wahlperiode eine weitere gesetzliche Regulierung der Zeitarbeit vorgenommen. Seit dem 1. April 2017 findet das neue Gesetz in den Unternehmen Anwendung - mit spürbaren negativen Auswirkungen. Demnach möchte fast jeder zweite befragte Familienunternehmer den Einsatz von Zeitarbeitskräften im Unternehmen zurückfahren. Damit schwinden auch die Chancen, für die Schwächsten der Gesellschaft wie Langzeitarbeitslose, Geringqualifizierte oder Flüchtlinge, den Weg in den Arbeitsmarkt zu finden.

 

Entgeltgleichheitsgesetz

Neuer Gesetzentwurf zur Entgeltgleichheit – trotz Verbesserungen bleibt das Gesetz überflüssig!

Das Kabinett hat nach langem Gezerre den veränderten Gesetzentwurf des Familienministeriums zur Entgeltgleichheit gebilligt. Gut ist, dass kleinere und mittlere Unternehmen nun vom individuellen Auskunftsanspruch der Arbeitnehmer hinsichtlich des Lohnvergleiches mit den Kollegen ausgenommen werden. Auch dass der Arbeitgeber künftig kein Mindestgehalt in Stellenausschreibungen hinein schreiben muss, ist zu begrüßen. Wesentlich schlechter dagegen ist, dass die Regelungen zum individuellen Auskunftsanspruch noch immer deutlich über den Koalitionsvertrag hinausgehen. Im aktuellen Gesetzentwurf sind davon Unternehmen ab 200 Mitarbeiter betroffen. Im Koalitionsvertrag war noch von Unternehmen ab 500 Mitarbeitern die Rede. Hinzu kommt, dass beim Vergleich mit dem Lohn der Kollegen nicht nur der reine Bruttolohn sondern zusätzlich noch zwei weitere Entgeltbestandteile (Sonderzahlungen, Dienstwagen etc.) berücksichtig werden müssen, was den bürokratischen Aufwand für den Arbeitgeber deutlich erhöht.

Die Änderungen im neuesten Gesetzentwurf dürfen allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass die Bewertung des Gesetzes bestehen bleibt: Es ist fernab der unternehmerischen Realität und absolut überflüssig!

Die Lohnlücke ist bis auf wenige Prozent statistisch erklärbar und geht übrigens zu großen Teilen (rund 13 Prozent) auf die mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf zurück, wenn man davon ausgeht, dass diese die Berufserfahrung, den Erwerbsumfang sowie die berufliche Stellung beeinflusst. Insofern wäre für die Frauen sehr viel mehr getan, wenn man bspw. die Betreuungsinfrastruktur für Kinder unter drei Jahren verbessern würde. Hier fehlen bundesweit noch immer rund 230.000 Plätze.

 

Umfrage Fachkräfte

Fachkräftesuche breit gefächert!

Die Zeiten, in denen die Unternehmen ihre Arbeitskräfte mehrheitlich über die Bundesagentur für Arbeit suchen oder ausschließlich Stellenanzeigen in Printmedien schalten sind vorbei. Auch bei der Rekrutierung von Fachkräften hat die Digitalisierung in den Unternehmen Einzug gehalten. Längst werden dafür Online-Stellenbörsen oder die sozialen Netzwerke genutzt. Dennoch meldet noch mehr als jedes zweite Familienunternehmen freie Stellen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Die Zufriedenheit mit deren Arbeit ist allerdings ausbaufähig. Lediglich die Schulnote „3,8“ wird für die Arbeit der BA vergeben.

 

Umfrage Home Office

Home Office – fast jedes zweite Familienunternehmen bietet es an!

Über 40 Prozent der Familienunternehmer stellen ihren Mitarbeitern Home Office bereit. In der Mehrzahl der Fälle tun die Unternehmer dies, damit ihre Mitarbeiter Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren können. Damit kommen die Unternehmer den Wünschen ihrer Beschäftigten entgegen. Doch nicht überall ist Home Office auch zu realisieren. Bei den Unternehmen, die ihren Mitarbeitern kein Home Office anbieten, lassen dies mehrheitlich die betrieblichen Abläufe nicht zu. Die Umfrageergebnisse machen deutlich, dass Home Office auch künftig eine freiwillige Leistung bleiben muss. Politische Forderungen nach einem Recht oder gar Rechtsanspruch auf Home Office gehen daher deutlich an der Realität in den Unternehmen vorbei.

 

Umfrage Ausbildungsplätze

Ergebnisse der Mitgliederumfrage zum Thema Ausbildungsplätze

Laut einer Umfrage von DIE FAMILIENUNTERNEHMER und DIE JUNGEN UNTERNEHMER wollen 88 Prozent unserer befragten Mitglieder die gleiche Anzahl an Ausbildungsplätzen oder mehr anbieten. Das ist die gute Nachricht. Allerdings gibt es auch schlechte Neuigkeiten.

Denn: 61 Prozent der 600 befragten Unternehmer beklagen sich über eine schlechte Vorbildung der Bewerber und 44 Prozent über gar keine Bewerber. Lutz Goebel, Präsident von DIE FAMILIENUNTERNEHMER, zum schlechten Bildungsstand der Bewerber: "Hier muss das Schulsystem umdenken und flächendeckend ein Schulfach Wirtschaft einführen".

 

15.08.2018

Familienunternehmer zur Rente mit 63: Fachkräfteflucht in den Ruhestand

Reinhold von Eben-Worlée fordert eine Diskussion ohne Scheuklappen

Aktuellen Zahlen zufolge profitieren überwiegend fitte Fachkräfte von der 2014 eingeführten abschlagsfreien Rente mit 63. Nur rund ein Fünftel ist vor Rentenbeginn keinem Job nachgegangen. Längere Krankheitszeiten sind Einzelfälle. „Die SPD und ihre damalige Renten-Ministerin Andrea Nahles begründeten die vorgezogene Rente mit 63 mit solchen Einzelfällen“, so Reinhold von Eben-Worlée, Präsident des Verbands DIE FAMILIENUNTERNEHMER. „Die Zahlen belegen das genaue Gegenteil. Sie bestätigen das, was wir tagtäglich in unseren Betrieben erleben: Fachkräfteflucht in den Ruhestand. Insofern zieht auch das Argument nicht, dass die Rente mit 63 Altersarmut bekämpfen würde. Das tut sie nicht. Den Menschen, welche die Rente mit 63 in Anspruch nehmen, kann man keinen Vorwurf machen. Der Deal der großen Koalition zu ihren Gunsten ist zu gut – allerdings geht er zu Lasten der jüngeren Beitrags- und Steuerzahler. 1,3 Milliarden Euro pro Monat werden so mittlerweile zusätzlich von den arbeitenden...

Thema der Woche

Spurwechsel für abgelehnte Asylbewerber – kein Dauerinstrument!

 

Die große Koalition zofft sich beim „Fachkräftezuwanderungsgesetz“ um den Spurwechsel für abgelehnte Asylbewerber. Für uns Familienunternehmer ist klar, dass es keine dauerhafte Vermischung von Asyl und Zuwanderung geben darf. Beides muss grundsätzlich klar voneinander getrennt bleiben. Allerdings müssen wir auch der Tatsache ins Auge sehen, dass von den über 600.000 in Deutschland rechtskräftig abgelehnten Asylbewerbern jeder zweite mittlerweile über eine unbefristete Niederlassungserlaubnis verfügt. Viele davon sind gut integriert, befinden sich in stabilen Beschäftigungsverhältnissen und zahlen hier ihre Steuern. Es macht daher Sinn, diesen Menschen, den „Spurwechsel“ zu erlauben. Das könnte mittels einer Stichtagsregelung realisiert werden. Somit ist dann auch klar, dass es sich um eine einmalige Regelung handelt, die keine Auswirkungen auf künftige Asylbewerber hat.

 
 

Kontakt

Bohn

Leiter Arbeitsmarkt und soziale Sicherung

René Bohn
Tel. 030  300 65-480
Fax 030  300 65-390
 

Bewertung des Koalitionsvertrags

Bereich Arbeitsmarkt

Beim Bekenntnis von Union und SPD zu dem Ziel der Vollbeschäftigung, nehmen beide richtigerweise mit den Langzeitarbeitslosen jene in den Blick, die trotz der guten wirtschaftlichen Lage noch immer vom Arbeitsmarkt abgekoppelt sind. Allerdings beschränken sich beide Parteien dabei auf die Instrumente, die bereits jetzt mehr schlecht als recht funktionieren.

 

Gutachten

Die große Koalition ist schlecht für die Arbeitsmarktintegration der Älteren!

Zu diesem Ergebnis kommt unser Gutachten zur Beschäftigungssituation Älterer, welches vom ZEW Mannheim erstellt wurde. Die „Rente mit 63“ und die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns von 8,50 Euro/Stunde werden zu dem die Erfolge bei der Erwerbsbeteiligung der Generation 55+ zu Nichte machen. Durch die „Rente mit 63“ werden allein in den Jahren 2014 und 2015 rund 340.000 Personen den Arbeitsmarkt verlassen, da sie die Voraussetzungen erfüllen, um abschlagsfrei in Rente gehen zu können. Wichtige Fachkräfte kommen den Unternehmen so in kürzester Zeit abhanden. Der Mindestlohn wiederum wird den Arbeitsplatz jedes Vierten Ostdeutschen über 55 Jahre gefährden.

 

Position Die Jungen Unternehmer

 
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