Karoline
Beck
IWG Isolier Wendt GmbH, Berlin
"Die Übernahmepflicht ist ein Verbot der Ausbildung über Bedarf! Alle Welt beneidet uns um die duale Ausbildung, die, von den Arbeitgebern finanziert, jedem Jugendlichen unabhängig von seinem sozialen Hintergrund und Finanzkraft der Eltern eine weltweit anerkannte Ausbildungschance bietet. Eine Übernahmepflicht wirkt wie ein sozialer Numerus Clausus und vernichtet die Chance für viele sozial- oder lernschwache Jugendliche auf gute Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt."
W. Arndt
Bertelsmann
W. Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG, Bielefeld
„Wenn ich alle meine Auszubildenden verpflichtend übernehmen muss, werde ich Ausbildungsplätze reduzieren. Damit bekommen weniger junge Leute eine Chance für den Berufseinstieg. Eine solche Verpflichtung schadet insbesondere schlechteren Schülern und Spätzündern.“
Dr. Christoph
Beumer
BEUMER Maschinenfabrik GmbH & Co. KG, Beckum
„Sollte tatsächlich die Übernahme von Lehrlingen zwingend vorgeschrieben werden, führt dies zu einer überhöhten Vorsicht und damit zum Verlust von Ausbildungsplätzen. Die Unternehmen stellen nur noch ein Mindestmaß an Lehrstellen zur Verfügung, nämlich so viele, wie aus Sicht zu Beginn des Ausbildungsstarts später benötigt werden. Zweitens werden nur die Schüler mit den besten Noten ausgebildet - die anderen bleiben auf der Strecke. Diese Zweiklassen-Gesellschaft kann nicht im Sinne der IG Metall sein.“
Peter
Bollhagen
Pero + Partner GmbH, Bremen
„Plichtübernahme von Azubis nach der Ausbildung? Wer kann sich denn so etwas ausdenken? Nur realitätsferne Funktionäre, die nicht zu Ende denken! Ich habe immer über Bedarf ausgebildet, um jungen Menschen eine Perspektive mit einem erlernten Beruf zu geben. Diese Idee führt am Ende zu weniger Ausbildungsplätzen, weil sich viele Betriebe nicht langfristig, unabhängig von Bedarf, Leistung und Engagement, zwingen lassen wollen und können, z.B. leistungsschwache Ausgelernte mitzuschleppen.“
Detlef
Boltersdorf
Brohl Wellpappe GmbH & Co. KG, Mayen
„Zwangsübernahme von Auszubildenden führt zwangsläufig zu weniger Ausbildungsplätzen und mehr Chancenlosigkeit für die schwächeren Bewerber!“
Axel
Bree
BREE Collection GmbH & Co. KG, Isernhagen
„Praxisferne Theorie! Um das deutsche duale Modell werden wir weltweit beneidet, es dient als Vorbild. Warum schaffen wir es, in diesem unserem Land, gut funktionierende Ideen immer wieder zu konterkarieren? Ist das eine Beschäftigungstherapie? Die Folge ist klar, Chancenreduktion für die Folgegenerationen, obwohl wir genau wissen, dass das Wohl eines Landes immer in Händen der nächsten Generation liegt. Je besser ausgebildet wird, desto besser das Ergebnis. Ich möchte die Chancen für die Jugend bewahren und somit unseren zukünftigen Wohlstand sichern.“
Alexander
Brochier
BROCHIER Holding GmbH + Co. KG, Nürnberg
„Jetzt fehlt der Gewerkschaft eigentlich nur noch die Zwangsehe zum Glück.“
Reinhold
von Eben-Worlée
Worlée-Chemie GmbH, Hamburg
„Die Zwangsübernahme von Auszubildenden in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis lehnen wir ab, weil uns dieses bei der Vorauswahl unserer neuen Auszubildenden erheblich einschränken würde.“
Oliver
Ehmann
infobase iT GmbH, Biebertal
„Eine Pflichtübernahme von Azubis hat zur Folge, dass ich Ausbildungsabbrechern oder schwachen Schülern keine Chance mehr geben würde, denn dann entstände für mein Unternehmen ein unkalkulierbares Risiko.“
Dr. Michael
Faller
August Faller KG, Waldkirch
„Würde die Forderung der IG Metall hinsichtlich einer Zwangsübernahme aller Auszubildenden in unbefristete Arbeitsverhältnisse realisiert werden, müssten wir unser Ausbildungsangebot auf den tatsächlichen Bedarf deutlich reduzieren. Darüber hinaus müssten aufgrund der Reichweite einer Entscheidung für einen Auszubildenden, härtere Kriterien bei der Auswahl angelegt werden und insbesondere noch unreife oder schwächere Bewerber würden deutlich geringere Chancen auf einen Ausbildungsplatz erhalten.“
Jochen
Fischer
nds Netzwerksysteme GmbH, Sindelfingen
„Wir bilden über Bedarf aus, um jungen Menschen eine Chance zu geben eine tolle Ausbildung zu absolvieren und in einen Beruf einzusteigen. Bei einer Pflichtübernahme von Auszubildenden wären wir gezwungen die Ausbildungsquote zu reduzieren und nur noch nach exaktem Bedarf auszubilden. In wirtschaftlich schwierigen Jahren kann dies zur Folge haben, dass zeitweise keine Ausbildung mehr stattfindet. Die IT Branche steht, wie sehr viele andere Branchen auch, unter enorm hohem Leistungsdruck, dies hätte zur Folge, dass bei einer Zwangsübernahme nur noch die Besten eingestellt werden würden und kein schwächerer Bewerber mehr eine Chance hätte.“
Dr. Harald
Frank
Gebr. Frank GmbH & Co. KG, Gera
„Ein Ausbildungsverhältnis darf nicht mit einer verbindlichen Übernahme verbunden werden. Die Vertragsfreiheit darf nicht immer weiter ausgehöhlt werden. Wenn Eigentum eine soziale Verpflichtung ist, dann sind Eigentum und unternehmerische Verantwortung und Haftung auch gekoppelt mit Vertragsfreiheit. Außerdem: Jugendliche mit 16 Jahren stecken voller Wunder! Manche erfüllen die Erwartungen nicht, andere entwickeln sich besser als gedacht. Diese Spätstarter hätten mit dem IG Metall-Konzept keine Chance auf Ausbildung im ersten Arbeitsmarkt!“
Walter
Frey
Walter Frey Assekuranzmakler GmbH, Friedrichshafen
„Die Übernahmeverpflichtung von Auszubildenden führt dazu, dass die Auswahlkriterien künftig so verschärft werden, dass nur noch die Schüler mit den besten Noten eine Chance auf einen Ausbildungsplatz haben werden. Die Unternehmen müssen so handeln, um ihr Risiko zu minimieren und werden in Zukunft die Anzahl der Ausbildungsplätze reduzieren.“
Harald
Gayk
Bald AG, Siegen
„Wen glaubt die IG Metall mit dieser destruktiven Forderung erreichen zu können? Genau die schwächeren, jungen Menschen, denen wir heute in unseren Betrieben noch eine faire Chance auf einen erlernten Beruf geben. Und genau diese werden künftig keinen Ausbildungsplatz mehr finden...! Auch wir werden in diesem Jahr neben unseren 50 Auszubildenden nochmals weiteren über 20 Schulabgängern einen interessanten Ausbildungsplatz bieten - leider wohl zum letzten Mal, sollte sich die IG Metall hiermit durchsetzen.“
Dr. Andrea
Geiger
SKW Schwarz Rechtsanwälte, München
„Auch wir bilden kanzleiintern jedes Jahr sowohl Rechtsanwaltsfachangestellte als auch Rechtsreferendare aus, können aber bei weitem nicht allen Auszubildenden nach Abschluss der Ausbildung eine unbefristete Anstellung anbieten. Ein entsprechender Zwang wäre auch in unserem Tätigkeitsbereich sehr kontraproduktiv, d.h. würde zu einer Verringerung der angebotenen Ausbildungsplätze führen.“
Lutz
Goebel
Geschäftsführender Gesellschafter
Henkelhausen GmbH & Co. KG, Krefeld
„Ich bilde in meinem Unternehmen seit Jahren über Bedarf aus, habe bei 235 Mitarbeitern 35 Auszubildende. Wenn sich die IG Metall mit ihrer Forderung nach Pflichtübernahme der Lehrlinge durchsetzt, würden ich und viele andere Familienunternehmer die Ausbildung deutlich zurückfahren müssen. Wer würde denn darunter besonders leiden? Genau: Die schwächeren Bewerber und die, welche der deutschen Sprache nicht besonders gut mächtig sind. Und noch etwas: vor allem Jungs sind oft mit 17 nicht motiviert genug, brauchen einen Ansporn, dass sie sich richtig anstrengen müssen, um übernommen zu werden.“
Wolfgang
Herges
Herges Stahl- und Blechbau GmbH, St. Ingbert
„Ich bilde in meinem Betrieb seit Jahren weit über Bedarf aus. Dabei gebe ich regelmäßig auch schwächeren Bewerbern eine Chance und habe damit auch viele positive Erfahrungen gemacht. Die IG Metallforderung nach einer unbefristeten Übernahme wird aber gerade den „Schwachen“ zum Verhängnis. Die „egoistische IG Metall-Werbekampagne“ wird mich daher zwingen, nur noch so viele Jugendliche auszubilden, wie ich tatsächlich benötige.“
Susanne
Hoppe
Clinotest GmbH, Isernhagen
„Wir bilden vor Allem aus, um Nachwuchs für das eigene Unternehmen zu bekommen. Unser Unternehmen hat mit 16 Beschäftigten + 4 Auszubildenden eine sehr hohe Quote an Auszubildenden. Auszubildende sind stets eine Bereicherung für jedes Unternehmen. Wir versuchen hier immer eine Balance zu erreichen zwischen Auszubildenden mit Abitur bis Auszubildenden schwer vermittelbar ohne Abschluss. Wir würden unsere Quote klar auf maximal einen oder in manchen Jahren keinen Auszubildenden senken, denn die passende Wahl zu treffen mit Übernahmepflicht traue ich mir mit 30 Jahren Berufserfahrung und anderen Entscheidungsträgern im Unternehmen nicht zu.“
Heike
Horn
SCHAEFER KALK GmbH & Co. KG, Diez
„Auch die Firma Schaefer Kalk bildet über Bedarf aus und versucht, wo immer sich Möglichkeiten ergeben, Auszubildende - bei entsprechender Eignung - auf frei werdende unbefristete Stellen zu übernehmen. Eine Verpflichtung jedoch alle Auszubildenden unbefristet oder auch nur befristet zu übernehmen würde über unsere Möglichkeiten gehen und zu einer deutlichen Reduzierung der angebotenen Ausbildungsplätze führen.“
Rainer
Kober
KOBER Steinwiesen GmbH, Steinwiesen
„Die Gewerkschaftsforderung alle Auszubildenden nach Abschluss der Lehre unbefristet zu übernehmen würde unsere Ausbildungsbemühungen wesentlich einschränken, ganz besonders aber die Bereitschaft, schlecht qualifizierten Jugendlichen eine Chance zu geben. Und darum wird es wohl in Zukunft im Zuge des Fachkräftemangels ganz besonders gehen."
Jan-Udo
Kreyenborg
KREYENBORG GmbH, Münster
"Wir als inhabergeführtes Familienunternehmen sind stolz, eine Ausbildungsquote von 15 Prozent vorweisen zu können. Daher stehen wir voll und ganz hinter der Aktion "Ausbilder der Nation"."
Dr. Jörg
Kullmann
WIKUS - Sägenfabrik
Wilhelm H. Kullmann GmbH & Co. KG, Spangenberg
„Durch die Pflichtübernahme wird den Unternehmen die Flexibilität bei der Ausbildung genommen. Im Grundsatz vielleicht gut gemeint – aber komplett falsch angesetzt. In vielen Unternehmen wird seit Jahren über Bedarf ausgebildet. Auf diese Weise haben auch weniger qualifizierte junge Menschen die Chance, sich im Rahmen ihrer Ausbildung weiterzuentwickeln. Dieser Ansatz wird, bei einer Umsetzung der IG-Metall-Forderung zur Übernahmepflicht, garantiert nicht weiter verfolgt. Benachteiligt werden daher die Schülerinnen und Schüler die die nötigen Qualifikationen nicht sofort einbringen können.“
Hubert
Lonnemann
Lonnemann GmbH, Selm
„Mit mehr als 60 Mitarbeitern sind die Lonnemann Print Professionals einer der leistungsfähigsten Druck- und Mediendienstleister in NRW. Als überregional tätiges Unternehmen stellen wir uns unserer regionalen Verantwortung und bieten jungen Menschen die Möglichkeit mit uns in das zukünftige Berufsleben zu starten, auch über Bedarf. Eine Zwangsübernahme nimmt uns diese Möglichkeit und schädigt Ausbildungssuchende mehr als dass sie ihnen helfen würde.“
Marcus
Lube
useyourmind GmbH, Aachen
„Ein Brandfinger in die Fachkräfte-Wunde …! In unserer familieneigenen Baufirma mit 420 Mitarbeitern bilden wir regelmäßig über Bedarf aus, um herausfinden zu können, wer wirklich zu uns passt. Ziel: so viele wie nur machbar zu übernehmen, denn dringend fehlende Ingenieure können wir nur noch durch von Anfang an von uns ausgebildete Fachkräfte ersetzen! Das wird so unmöglich – also das Fachkräfteproblem noch größer!“
Dirk K.
Martin
PMCS.helpLine Software Gruppe, Bad Camberg
„Die IG Metall weiß ganz genau, dass sie mit ihrer Forderung nach einer Übernahmegarantie, die Hoffnung schwacher Schulabgänger auf einen Ausbildungsplatz zerstört. Es ist klassische Klientelpolitik: möglichst viel für die eigenen Leute herausholen. Und in diesem Fall auf Kosten einer der schwächsten Gruppen in unserer Gesellschaft.“
Frank
Menton
Hermann Menton GmbH & Co KG, Reutlingen
„Die aktuelle Forderung der IG Metall empfinden wir als Faustschlag ins Gesicht. Sie ist für ein mittelständisches Familienunternehmen weltfremd und gefährlich. Wir wären gezwungen, unsere Ausbildungsquote massiv zu senken und unserem eigentlichen Bedarf anzupassen. Ausbildungsbewerber, die keine idealen Voraussetzungen mitbringen, müssten wir von vornherein ablehnen, da das Risiko zu groß wäre, den „Falschen“ auszubilden.“
Jörg
Mergenthaler
Eisen-Bärle GmbH & Co.KG, Diez
"So mancher Hoffnungsträger entpuppte sich als Flopp und so mancher Problemfall entwickelte sich zum absoluten Leistungsträger. Nach der (linken) politischen Ideologie ziehen die Guten die Schlechten nach oben, in der Praxis ist es leider umgekehrt - die Schlechten ziehen die Mittleren (Brauchbaren) nach unten und machen aus ihnen Sozialhilfeempfänger!
Bei Ihrer Bewerbung sind unsere Azubis zwischen 14 - 18 Jahre alt! Wer kann wissen, wie sich diese Leute während der Ausbildung verändern?"
Timm
Moll
Autohaus Adelbert Moll GmbH & Co. KG, Düsseldorf
„Unsere Auszubildenden sind unser wichtigstes Kapital. Aber auch hier muss ich frei entscheiden können, wer später zu uns passt.“
Marie-Christine
Ostermann
Rullko Großeinkauf GmbH & Co. KG, Hamm
„Ich hatte in meinem Unternehmen schon so manche Auszubildende, die zu Beginn der Ausbildung nicht die nötige Ausbildungsreife besaßen. Mit intensiver Betreuung, Zuversicht und Geduld konnten diese jungen Menschen letztlich trotzdem integriert werden und ihre Ausbildung absolvieren. Ich befürchte, dass durch eine Umsetzung der IG Metall-Forderung nach Übernahmepflicht aller Auszubildenden die Bereitschaft der Unternehmen erheblich sinken wird, sich künftig um schwächere junge Leute zu kümmern.“
Marcus
Parzonka
AS Antriebs- und Systemtechnik GmbH, Dortmund
"Übernahmepflicht von Auszubildenden? Ein Witz, Marketing in eigener Sache oder ein ideologischer Rückfall in die Planwirtschaft? Den Vollkaskomentalisten zur Erinnerung: Damit Unternehmen Mitarbeiter beschäftigen und bezahlen können, müssen unterm Strich Gewinne erwirtschaftet werden. So, wie eine Krankenversicherung nicht vor Krankheit schützt, sondern lediglich die finanziellen Folgen absichert, kann eine Übernahmepflicht nach der Ausbildung eine Weiterqualifizierung im erlernten Beruf nicht garantieren sondern lediglich das Einkommen sichern."
Oliver
Redschlag
REDSCHLAG HOLDING GmbH, Hannover
„Aus gesellschaftlicher Verantwortung haben wir in der Vergangenheit auch über Bedarf ausgebildet. Manche Auszubildende konnten wir in unbefristete Arbeitsverhältnisse übernehmen. Aktuell haben wir fünf Auszubildende. Sollte es zukünftig eine Pflicht zur Übernahme geben, so werden wir unser Ausbildungsengagement vollständig einstellen müssen. Ich bin mir sicher, dass sich die Anzahl der Ausbildungsplätze bundesweit halbieren wird, mit fatalen Folgend hinsichtlich der Jugendarbeitslosigkeit und der Zukunft des Standortes Deutschland, wie auch des Sozialstaates.“
Benjamin
Reiners
Reiners + Fürst GmbH u. Co. KG, Mönchengladbach
„Es ist Teil unserer Familientradition und unseres Verantwortungsbewusstseins, jungen Menschen eine Ausbildung in unserem Betrieb zu ermöglichen. Gleichzeitig unterliegt die Branche, in der wir tätig sind, sehr großen Nachfrageschwankungen. Daher ist es nicht immer möglich, den Azubis auch gleichzeitig einen festen Arbeitsplatz nach ihrer Ausbildung bei uns anzubieten. Wären wir dazu verpflichtet, müssten wir unsere Ausbildungsplätze vermutlich halbieren. Insgesamt wäre diese Tendenz für Deutschland ein großer Schritt in die falsche Richtung, den wir nicht verantworten dürfen.“
Daniel
Reitel
REITEL Feinwerktechnik GmbH, Bad Essen
„Die Ausbildung junger Menschen ermöglicht eine optimale Einstiegsmöglichkeit in eine feste Anstellung, und das in jedem gleichartigen Betrieb. Deshalb ist es wichtig, dass Unternehmen ausbilden, soweit sie dazu in der Lage sind. Unabhängig davon ist nicht jeder Betrieb in der Lage, Auszubildende selbst fest weiter zu beschäftigen. Die Auftragslage und Schwankungen in einzelnen Betrieben und Wirtschaftsbereichen sind nicht über Jahre bis zum Ende einer Ausbildung planbar. Daher stört eine Verpflichtung das Gleichgewicht empfindlich und führt zwangsläufig zu einer Reduzierung von Ausbildungsplätzen.“
Hinnerk
Rott
TP TargetPartner GmbH, Hamburg
„Eine absurde Idee geltungsbedürftiger Gewerkschaftsfunktionäre! Gerne übernehmen wir unsere Azubis wenn die Voraussetzungen stimmen. Sie müssen nach Ihrer Ausbildungszeit aber zu uns passen und vor allem muss die wirtschaftliche Situation dies dann zulassen. Beides kann zum Ausbildungsstart zwei bis drei Jahre vorher niemand mit Sicherheit abschätzen. Bei einem Zwang kann ich unser Unternehmen diesem Risiko nicht aussetzen und müsste die Ausbildungsstellen reduzieren oder ganz abschaffen. Schade.“
Harald
Schauer
TSL Rechtsanwälte, München
„Wir beschäftigen bei üblicherweise fünf Mitarbeiterinnen im Sekretariat zwei Auszubildende. Eine Zwangsübernahme aller Auszubildenden würde zu einem Abbau der Ausbildungsplätze führen, da wir uns nicht die unternehmerische Freiheit nehmen lassen wollen, nach Beendigung der Ausbildung entscheiden zu können, ob der/die Auszubildende in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen wird. Die Aufrechterhaltung der unternehmerischen Freiheit ist im Hinblick auf die Verantwortung gegenüber dem Betrieb und den Mitarbeitern dringend geboten.“
Jörg
Schloeßer
Schlösser GmbH – Freude an Farben, Hillesheim
„Druck erzeugt Gegendruck. Zwang führt automatisch zur Abwehrhaltung. Warum also mögliche Chancen für Leistungsschwache von vornherein minimieren? Eine Verpflichtung schadet in der Summe nur allen Beteiligten.“
Helmut
Schreiner
Schreiner Group GmbH & Co. KG, Oberschleißheim
„Für die Schreiner Group ist die Ausbildungsarbeit auch eine gesellschaftliche Verpflichtung. Wir werden ihr gerecht, weil wir stark ausbilden und auch schwächere Schüler zu guten Abschlüssen führen. Die Forderung nach einer verpflichtenden Übernahme ist eine schlechte Belohnung und führt weg von einer freiheitlichen sozialen Marktwirtschaft, hin zu einer Staatswirtschaft. Viele kleine Unternehmen, die keine zusätzlichen Gehilfen bezahlen können, würden die Ausbildungsarbeit ganz einstellen. Für die Gesellschaft wäre das katastrophal.“
Carsten
Schryver
HJ Schryver & Co (GmbH & Co.), Hamburg
„Viele Ausbildungsstellen zu schaffen, ist unsere Grundüberzeugung. Die Resultate daraus zu ernten, die derzeitige Antwort auf einem umkämpften, arbeitnehmerorientierten Arbeitsmarkt in der Logistikbranche. Nur durch konsequente Stellenschaffung und Vermittlung unserer Absolventen in die Industrie und Dienstleistungsbranche, bleiben wir als Logistikstandort wettbewerbsfähig. Dabei werben wir gerade auch international mit einer einzigartigen und praxisorientierten Logistikausbildung. Wir brauchen keine Vorschriften von außen!“
Carsten
Schweneker
EBERO GmbH & Co. KG, Köln
„In unserer Unternehmensgruppe stellen wir mehr Ausbildungsplätze zu Verfügung als wir tatsächlich benötigen. Durch diese Vorgehensweise haben auch weniger qualifiziertere junge Menschen die Chance, sich über die Ausbildung zu entwickeln. Bei einer Umsetzung der IG-Metall-Forderung zur Übernahmepflicht der Auszubildenden nach der Ausbildung können wir diesen Ansatz nicht weiter verfolgen. Benachteiligt werden dadurch junge Menschen, die sich nicht sofort für einen Beruf qualifiziert haben.“
Alexander
Schwörer
PERI GmbH, Weißenhorn
„Die Forderung der IG Metall zur verpflichtenden, unbefristeten Übernahme aller ausgelernter Auszubildenden führt aus unserer Sicht zu einer Verminderung des Angebots an Ausbildungsplätzen und gleichbedeutend zu noch strengeren Auswahlverfahren, welche weder dem Unternehmen noch den ausbildungsplatzsuchenden Schülern zu Gute kommen. Eine solche Verpflichtung ist somit nach unserer Einschätzung kontraproduktiv hinsichtlich des Angebots an qualifizierten Ausbildungsplätzen für junge Menschen.“
Thomas
Selter
Gustav Selter GmbH + Co. KG, Altena
„Auch die IG Metall sollte wissen, dass die Zeiten immer schnelllebiger werden und für 2 Jahre oder 3 Jahre im Voraus verbindliche Personalentscheidungen zu fällen, ist unmöglich. Wenn das durchkommt, werden wir unsere Ausbildung deutlich auf ein Minimum zurückfahren. Die Regelungssucht in Deutschland ist inzwischen eine größere Gefahr für die Wirtschaft und die Arbeitsplätze dort als jede Terrorismusbedrohung. Finger weg von Zwangsarbeitern für die Firmen!“
Walter
Sennebogen
Sennebogen Maschinenfabrik GmbH, Straubing
„Ausbildung junger Menschen war für uns immer auch eine soziale und gesellschaftliche Verantwortung. Wir haben immer über unseren Bedarf ausgebildet und damit vielen Jugendlichen ein Sprungbrett für den Berufseinstieg auch bei anderen Firmen geboten. Natürlich müssten wir bei einer Übernahmepflicht das Ausbildungsangebot auf den Eigenbedarf reduzieren. Die Forderung der Gewerkschaft halte ich für zutiefst unsozial, weil sie wie jede solch geartete Verpflichtung nur die wenigen schützt, die heute schon im System sind, d.h. die heute einen Ausbildungsplatz haben. Schwache Schüler dagegen würden in Zukunft mit Sicherheit deutlich weniger Chancen für den Berufseinstieg haben.“
Andreas
Stein
steindesign Werbeagentur GmbH, Hannover
„Eine blödsinnige Forderung. Das würde zu einer drastischen Reduzierung der Ausbildungsplätze führen. Die überwiegende Zahl der Ausbildungsplätze stellt der Familienunternehmer, zumeist der Kleine. Dieser KANN die Auszubildenden nicht regelmäßig zwangsweise übernehmen. Also wird er nicht mehr oder in deutlich verringerter Zahl ausbilden.“
Christian
Striebel
Striebel GmbH, Laupheim
„Mit einer Ausbildungsquote von 25% bilden wir (wie viele andere Handwerksbetriebe) mehr Auszubildende aus, als wir eigentlich zur Deckung unseres Facharbeiterbedarfs benötigen. Im Falle einer verpflichtenden Übernahme aller Auszubildenden in unbefristete Arbeitsverhältnisse müssten wir unser Angebot an Ausbildungsplätze leider reduzieren. Dadurch würden weniger junge Leuten die Chance auf einen Ausbildungsplatz erhalten. Leidtragende der IG Metall-Forderung sind nicht die Unternehmen, sondern schwächere Schüler für die es dadurch schwieriger wird einen Ausbildungsplatz zu finden.“
Michael
Szukala
G. Siempelkamp GmbH & Co.KG, Krefeld
„Seit mehr als 125 Jahren ist die Ausbildung junger Menschen und die bedarfsgerechte Übernahme von geeigneten Auszubildenden fester Bestandteil unserer Personalpolitik und unserer Tradition. Regelmäßig bilden wir über Bedarf aus, um jungen Menschen eine Perspektive bieten zu können und die Region mit ausgebildeten Fachkräften zu versorgen. Dies wird, sofern die Forderung der IG Metall Realität wird, zukünftig nicht mehr möglich sein. Wer versorgt dann die Unternehmen, die selbst nicht ausbilden können, mit Facharbeitern, wenn nicht einige Unternehmen über Bedarf ausbilden?“
Dr. Karl
Tack
Gebrüder Rhodius GmbH & Co. KG, Burgbrohl
„Die Flexibilität bei der Ausbildung darf den Unternehmen durch die Pflichtübernahme nicht genommen werden. Was von der IG Metall gut gemeint ist, wird leider ein Schuss nach hinten. Viele Betriebe werden eher ihre Ausbildung reduzieren, als sich eine dauerhafte Verpflichtung aufzuhalsen.“
Ingmar
Töppel
L. Kroiss GmbH & Co. KG, Rosenheim
„Die Ausbildung soll Wissen vermitteln und den Menschen reifen lassen. Stimmen die Ergebnisse - in beiden Bereichen - empfiehlt sich der AzuBi dann als Mit-Arbeiter. Das ist dann die nächste Stufe (des weiter-lernens). Die Gewerkschaftsforderung (bildet die eigentlich selbst adäquat aus?) kommt einer Adoption gleich. Das ist keinesfalls der Sinn von Unternehmen. Wo bleibt der Anreiz zu lernen und sich anzustrengen?“
Daniel
Wäschle
Versicherungs- und Finanzmakler der verscon GmbH, Singen
„Weil ich grundsätzlich in einer „FREIEN Marktwirtschaft“ gegen jede Art von „ZWANG“ bin!!!“
Marlene
Weiner
NORWE GmbH, Bergneustadt
"Besteht die IGM auf die Zwangsübernahme nach der Ausbildung bedeutet das für uns Unternehmer, dass die Ausbildung nur noch im Fokus der Personalstrategie- und Planung für das eigene Team steht und nicht auch als gesellschaftliche Verantwortung für die Region gesehen wird. Wir können und werden dann nicht mehr über Bedarf ausbilden, d.h. statt 5-6 neue Auszubildende jedes Jahr werden es dann maximal 2 Auszubildende sein, die in dem Team von 140 Mitarbeitern ausgebildet werden."
Lencke
Wischhusen
Hinrich Böttjer GmbH & Co. KG, Bremen
„Das Resultat einer gesetzlichen Pflichtübernahme wäre die Ausbildung nach Bedarf. Bisher haben gerade die mittelständischen Unternehmen über ihren Bedarf hinaus ausgebildet und im Anschluss die Ausgelernten erfolgreich in die freie Wirtschaft vermittelt. Damit wäre dann Schluss! Die Ausbildungsvakanzen werden stark schrumpfen und insbesondere die schwächeren Schüler werden darunter leiden. Eine höhere Jugendarbeitslosigkeit ist die unweigerliche Folge. Die Jungen Unternehmer stehen für Generationengerechtigkeit ein. Diese schließt eine nachhaltige Fachkräfteausbildung ein und wir werden auch in Zukunft für unsere Jugend kämpfen!“