Rückblickend
Jahresversammlung 2009
Rund vierhundert Familienunternehmer und ihre Gäste feierten am 7. und 8. Mai 2009 das 60-jährige Verbandsjubiläum auf dem Petersberg bei Bonn. Zum Auftakt schlug Präsident Adenauer einen Bogen von den Anfängen der sozialen Marktwirtschaft zu den aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen. Damals galt es, die soziale Marktwirtschaft als eine Minderheitenposition durchzusetzen. Auch derzeit sei es nicht besonders populär, ein klares Bekenntnis zu Markt und Wettbewerb abzulegen.
Herausforderungen der besonderen Art stellt sich der erste Redner, der Schweizer Bertrand Piccard. Er stammt aus einer Dynastie von Forschern und plant die erste Weltumrundung in einem Solarflugzeug. Pioniergeist ist für ihn eine Geisteshaltung und unternehmerische Kardinaltugend.
Freiheit war der Dreh- und Angelpunkt des Vortrages von Professor Paul Nolte. Seine zehn Thesen zum Wert der Freiheit haben vielen Familienunternehmern aus der Seele gesprochen und waren Appell, den Wert der Freiheit einzufordern und zu verteidigen.
Mit größter Aufmerksamkeit verfolgt wurde der Vortrag von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück. Für haftende Unternehmer, die täglich für Betriebe und Mitarbeiter wichtige Entscheidungen treffen müssen, war von erheblicher Tragweite, Überlegungen eines der wichtigsten nationalen Akteure in der weltweiten Wirtschaftskrise live nachvollziehen zu dürfen.
Otto Graf Lambsdorff erwies sich als scharfsinniger Beobachter des aktuellen politischen Geschehens und warb überzeugend für eine Steuerstrukturreform, die einerseits eine nachhaltige Entlastung brächte und nicht zwangsläufig zu Steuermindereinnahmen führen müsse.
Wenn es noch eines überzeugenden Beweises bedurft hätte, dass Soziale Marktwirtschaft und Familienunternehmen zusammengehören, so lieferte ihn zweifellos die Buchpremiere des „Lexikon der Familienunternehmer“. 1.000 deutsche Familienunternehmen mit allen wichtigen Informationen zu Geschichte und gesellschaftlichem Engagement präsentierten die Herausgeber Florian Langenscheidt und Peter May. Knapp die Hälfte von ihnen feierte anschließend stil- und stimmungsvoll in bester Familie.
Die Mitgliederversammlung bestätigte Präsident Adenauer mit großer Mehrheit in seinem Amt.
